Verein für Postwertzeichensammler 1894 Hamburg e.V. und seine Gruppe Grabow/Mecklenburg
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AM-Post
Teil 2: Farben

Alle 35 Werte der AM-Post-Serie existieren wie bei Ausgaben jener Zeit üblich in jeweils mehr oder weniger abweichenden Farbtönen. Katalogrelevant, z.B. für den Michel-Deutschland-Spezial, sind nur die Farben, die sich bestimmten verschiedenen Auflagen eines Wertes eindeutig zuordnen lassen.

 

 

Beim deutschen Duck haben auf diese Weise acht der zwanzig Wertstufen differenzierbare Farben. Die teils prekäre Versorgungslage direkt nach Kriegsende erlaubte es den Druckern von Westermann nicht, alle Druckfarben für sämtliche Auflagen monatelang unverändert verfügbar haben zu können. Demgegenüber werden wir beim amerikanischen und englischen Druck in dieser Folge ausschließlich die hundert-millionenfach gedruckten 12-Pf-Marken zu berücksichtigen haben.

 

 

Das wichtigste Hilfsmittel zur sicheren Farbzuordnung einer Marke sind zuverlässig bestimmte bzw. geprüfte Vergleichsstücke. Marken 2.Wahl sind für diesen Zweck natürlich grundsätzlich völlig ausreichend.

 

 

Deutscher Druck 3Pf, Mi.-Nr. 17: a- und b-Farbe meistens leicht zu erkennen, es gibt aber irritierend rötliche oder auch sehr dunkle „a“, daher im Zweifelsfall: die gute „b“ hat keinen Grauanteil.

 

6Pf, Mi.-Nr. 20: Farbunterschiede beim sog. „Etikettenpapier“ (s. nächste Folge) sind nur unter UV- Licht erkennbar. Die dort dunkelbraun erscheinende, sehr seltene „Axa“ der 1. Auflage finde ich persönlich schwierig von der seltenen braunen „Ax“ zu unterscheiden. Vermutlich ist meine UV-Lampe zu schwach.

 

20Pf, Mi.Nr. 26: postfrisch ist die bessere „a“ mit etwas Übung an ihrer Mattigkeit zu erkennen, lose gestempelt (nach Wasserbad) ist die Farbe fast immer verwaschen und nur, aber immer sicher unter UV-Licht bestimmbar, hier hellgrau statt blaugrau. Die häufige A-Zähnung hat übrigens immer b-Farbe.

 

30Pf, Mi.-Nr. 29: „a“ mit Grauanteil, „c“ stets blass wirkend, aber die Abgrenzung der drei sehr nuancenreichen Farben ist kaum zu beschreiben, erfordert einiges an Vergleichsmaterial.

 

40Pf, Mi.-Nr. 30: der „bunteste“ Wert, 4 Farben mit je vielen Tönen und fast kontinuierlichen „Übergängen“. Die d-Farbe in verflüchtigend hellstem lila ist, besonders gestempelt, eine echte Rarität. Die nicht häufige „b“ zeichnet sich besonders durch ihren gleichmäßigen Farbauftrag aus, für die frühesten Auflagen gilt - frei formuliert: je roter desto „a“.

 

50Pf, Mi.-Nr. 32: bei Lichteinfall schräg von vorn sind schwärzliche „a“ gut von b-Farben auseinander zu halten.

 

60Pf, Mi.-Nr. 33: postfrische a-Farben wirken blass und körnig, „b“ dagegen kräftig und ebenmäßig. Gestempelt bzw. verwaschen sind die Farben nur, aber immer sicher unter UV-Licht bestimmbar, schwarzbraun (a) und dunkelrot (b).

 

80Pf, Mi.-Nr. 34: die sehr rare b-Farbe aus einer späten Auflage ist m. E. nur unter UV-Lampe sicher auszumachen, erscheint hier ohne Grauanteil.

 

Englischer Druck 12Pf, Mi.-Nr. 15: Bei Tageslicht sind die Farben als solche praktisch identisch. Der Farbauftrag aber ist bei „a“ fast immer ebenmäßig, bei „b“ fast immer körnig. Zweifelsfrei nur unter UV – Lampe bestimmbar, gestempelt/gewässert auch nur sicher mithilfe von Vergleichsstück.

 

Amerikanischer Druck 12Pf, Mi.-Nr. 7 (Farben nur beim „z-Papier“, s. nächste Folge): da dieser Wert meines Wissens der einzige dieser Serie ist, der seine typischen Farbeigenschaften durch Wässerung verlieren kann, ist hier wie bei keinem zweiten Wert die Hinzuziehung der zusätzlichen charakteristischen Merkmale hilfreich und u. U. sogar erforderlich: Plattennummern, Plattenfehler, Feldmerkmale, Stempeldaten, Schnittlinien. Letztere befinden sich mittig auf den Außenrändern aller Druckbogen (= 2x2 Schalterbogen) der amerikanischen Ausgabe. Nur bei Nachauflagen des 12-Pf-Wertes mit den Farben „zaa“ und „zab“ sind diese über den gesamten Druckbogen durchgehend, bei der guten Mi.-Nr. 7z sind die üblichen kurzen Striche aufgedruckt (vgl. auch Abb. unten).

Zuordnung der Farben zu den Plattennummern inkl. frühester Verwendungen:

 




Beispiel 1: eine verwaschene, normal nicht mehr bestimmbare Marke trägt einen echten Stempel mit Datum 1.7.45. Diese wird vom BPP-Prüfer mit „z“ signiert.

 

Beispiel 2: eine ursprünglich von der Platte 45871 stammende Marke ist ebenso verwaschen, Stempel vom 8.8.45, sonst ohne weitere Merkmale.

Signum: „zaa“!

 

Postfrische Marken lassen sich meist auch ohne zusätzliche Merkmale farblich zuordnen, allerdings habe ich in meiner Sammlung Bogenteile mit den drei verschiedenen Plattennummern, die - für mich - bislang keine erkennbaren Farbunterschiede aufweisen. Da bin ich zurzeit selbst noch am forschen.

 

 

 

 


 

Artikel stammt aus den VPS-Vereinsmitteilungen und stellt den Stand vom Mai 2008 dar.

 

Es kann vorkommen, dass ggf. genannte Werte heute abweichen können.