Verein für Postwertzeichensammler 1894 Hamburg e.V. und seine Gruppe Grabow/Mecklenburg
"Verein für Postwertzeichensammler 1894 Hamburg e.V. und seine Gruppe Grabow/Mecklenburg"

Wir über uns
Der Verein

In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts gab es schon Menschen, die mit den relativ jungen Postwertzeichen nicht nur Briefe frankierten, sondern darüber hinaus ihre Freude daran hatten, sie zu sortieren und geordnet aufzubewahren. Sie erkannten jedoch bald, daß dem einzelnen Sammler nur begrenzte Möglichkeiten zur Ergänzung und Vervollständigung der inzwischen angelegten Sammlungen zur Verfügung standen. Es war dies der Anlaß dafür, daß sich zehn am Sammeln von Postwertzeichen interessierte Herren im Jahre 1894 zusammenfanden, um eine Interessengemeinschaft unter dem Namen

 

DEUTSCHER TAUSCH- UND KAUFVERBAND FÜR POSTWERTZEICHENSAMMLER HAMBURG

 

zu gründen. Interessierte Sammler, nicht nur aus Hamburg, schlossen sich diesem Verband an, weil er dank eines sehr rührigen Vorsitzenden vielerlei Vorteile und Erleichterungen bei Tausch und Kauf der so überaus begehrten Postwertzeichen bieten konnte.

Während der Zeit von 1895 bis 1920 umfaßte der Verband das gesamte Reichsgebiet und zählte bis zu 300 Mitglieder. Leider löste sich Ende der 20er Jahre die mitgliederstärkste Gruppe in Königsberg/Preußen vom Hamburger Verband und bildete eine eigene Vereinigung. Auch weitere Verselbständigungen östlicher Gruppen verminderten die Mitgliederzahl des Deutschen Tausch- und Kaufverbandes, dennoch zählte der Verband Anfang der 30er Jahre immer noch 120 bis 130 Mitglieder.

 

Ab 1933 gab es wenig Bewegung im Verband. Vorstand und Mitglieder hatten es bevorzugt, sich während der NS-Zeit dem Anschluß an den Reichsbund der Philatelisten e.V. (im KdF) zu entziehen, was allerdings zur Folge hatte, daß kaum neue Mitglieder geworben werden konnten.

Bedingt durch die Kriegsereignisse und den Zusammenbruch des 3. Reiches war am Ende des 2. Weltkrieges die Zahl der Mitglieder auf ca. 30 gesunken. Nicht nur den Verlust von qualifizierten Mitgliedern hatte der Verband zu verschmerzen; er verlor auch seinen gesamten Besitz, als englische Besatzungstruppen das damalige Vereinslokal, die "Alsterhalle", besetzten und alles darin Befindliche beschlagnahmten. Leider ist von dem Besitz - dazu zählten Urkunden, Medaillen, vereinseigene Bücherei, Protokolle und Kassenbücher - nichts wieder aufgetaucht, so daß die heutige Chronik sich teilweise auf mündliche Überlieferung berufen muß und aus dem gleichen Grund auch Lücken aufweist.

 

In der ersten Nachkriegszeit galt das Interesse zunächst dem persönlichen Überleben, und dennoch fanden alte und neue Sammler allmählich wieder Freude an der Beschäftigung mit den "kleinen Kunstwerken Briefmarke" und damit auch wieder den Weg in den Deutschen Tausch- und Kaufverband für Postwerzeichensammler.

 

Aber erst 1955 konnte der Verband erneut sein 100. Mitglied begrüßen. 1963 hatte der Verband wieder so viele nicht-hamburgische Mitglieder, daß er sich genötigt sah, in Ahrensburg und Schwarzenbek je eine eigene Gruppe zu etablieren. Diese Gruppen waren die Urzellen der ein Jahrzehnt später gegründeten eigenständigen Vereine in diesen Städten. Der Verband entwickelte jetzt neue Initiativen und konnte seine Mitgliederzahl - auch dank der Gründung einer eigenen Jugendgruppe - erheblich steigern. Dabei erwies sich der bisherige Verbandsname allerdings als wenig hilfreich, und da es auch immer wieder zu Mißdeutungen durch das Finanzamt kam, beschloß die Mitgliederversammlung 1967 eine Umbenennung des mittlerweile so traditionsreichen Verbandes in

 

VEREIN FÜR POSTWERTZEICHENSAMMLER VON 1894 e.V. HAMBURG.

 

Unter diesem neuen Namen feierte der Verein 1969 mit einer Briefmarkenausstellung in Ahrensburg sein 75jähriges Jubiläum. Es gab dann einen weiteren Aufschwung, aber bald führten vereinsinterne Streitigkeiten, teilweise hervorgerufen durch immer massiver werdende Werbung für vielerlei Annehmlichkeiten des täglichen Lebens und für andersartige Freizeitgestaltung, zu nicht wieder gutzumachenden Mitgliederverlusten. Endgültig gefangen hatte sich der Verein 15 Jahre später. Er gewann ein neues Image und benutzte jetzt eine prägnante Bezeichnung - kurz und bündig und modern: "VPS 1894" -, die im ebenfalls neuen Vereinslogo wiederzufinden ist. 1989 trat der VPS 1894 aus Anlaß des 800. Hamburger Hafengeburtstages mit einer vielbesuchten Briefmarkenschau an Bord der "Rickmer Rickmers" erstmals wieder an die Öffentlichkeit. Es war der Anfang einer grundlegenden Wende im Vereinsleben des lange zurückgezogen und öffentlichkeitsscheu existierenden Vereins für Postwertzeichensammler von 1894 e.V. Hamburg. Diese Wende, bewahrt und weitergetragen von einem neuen Vorstand und motivierten Mitgliedern, hat auch die Veranstaltungen zum 100-jährigen Jubiläum des VPS 1894 zu einem Erfolg werden lassen. Die Briefmarkenausstellung in den Mozärtsälen in Hamburg stand unter dem Motto "Die ganz andere Briefmarkenausstellung" und war allein der "Offenen Klasse" gewidmet.

 

Bereits 1993 hatte der Verein auf Grund von Tauschbeziehungen noch aus DDR-Zeiten und nach einigen gegenseitigen Besuchen eine Mitgliedergruppe in Grabow / Mecklenburg gegründet. Wo zunächst Beratung und Hilfestellung gefragt waren, entwickelte sich ein aktiver Ableger des Hamburger Vereins mit regen Tauschaktivitäten und bereits drei Briefmarkenausstellungen. Diese fanden allesamt in Neustadt-Glewe statt, wohin sich der Schwerpunkt der in Grabow / Mecklenburg ins Leben gerufenen Gruppe - die übrigens seit Gründung ein eigenes Logo führt - verlagert hat und dort beachtlichen Zuspruch erfährt.

 

Beispiele der vierteljährlich herausgegebenen VPS-Mitteilungshefte im Format DIN A 5